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Einführung in das spanische Steuerrecht

Details

Die nachstehende Ausarbeitung "Einführung in das spanische Steuerrecht"  beinhaltet eine ausführliche Darstellung der Einkommensteuer, der Vermögenssteuer, der Erbschaft- und Schenkungssteuer, der Gewerbesteuer, der Körperschaftssteuer und der Umsatzsteuer. (Kontaktanschrift), die für das spanische Territorium gilt.

 

 

 

<hrdata-mce-alt="Besteuerung natürliche Personen" class="system-pagebreak" /> Teil I: Besteuerung der natürlichen Personen

Natürliche Personen unterliegen in Spanien der Einkommensteuer (IRPF, Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas). Die einzelnen Regionen erheben eine Vermögenssteuer (IP, Impuesto sobre el Patrimonio). Eine separate Steuer auf den bei Veräußerungen entstehenden Gewinn existiert nicht, da Veräußerungsgewinne zum steuerpflichtigen Einkommen gezählt werden.

<hrdata-mce-alt="Einkommenssteuer / Steuersubjekt" class="system-pagebreak" /> A. (Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas, IRPF)
I. Steuersubjekt

Die Art und Weise der Steuerpflichtigkeit natürlicher Personen richtet sich danach, ob diese in Spanien als ansässig gelten. Dies wird angenommen, wenn die natürliche Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien hat, sich also entweder länger als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien aufhält (sog. persönliche Ansässigkeitsprüfung) oder wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in Spanien befindet, insbesondere die wirtschaftlichen Interessen, wie angestellte, gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeiten, dort ausgeübt werden (wirtschaftliche Ansässigkeitsprüfung). Eine verheiratete Person wird als ansässig betrachtet, wenn der ständige Wohnsitz des Ehegatten und der von ihm abhängigen Kinder in Spanien ist. Hier ist jedoch der Gegenbeweis zulässig.

Weiterhin sind natürliche Personen spanischer Staatsangehörigkeit, die ihren neuen Wohnsitz in einem Niedrigsteuerland bzw. Steuerparadies nachweisen, weiterhin sowohl für den Erhebungszeitraum, in dem sie ihren Wohnsitz geändert haben, als auch für die nachfolgenden vier Erhebungszeiträume in Spanien steuerpflichtig. Zu beachten ist, dass grundsätzlich eine natürliche Person jeweils für das gesamte Kalenderjahr als Ansässiger oder Nichtansässiger gilt, da der Wohnsitzwechsel nicht als Unterbrechung des Erhebungszeitraums angesehen wird. Der Steuersitz wird durch eine Bescheinigung der jeweils zuständigen Steuerbehörden des entsprechenden Landes nachgewiesen. Die Gültigkeitsdauer einer solchen Bescheinigung beträgt ein Jahr. Zu beachten ist, dass das Vorliegen einer

Aufenthaltsgenehmigung oder einer administrative Ansässigkeitserlaubnis nicht zwingend zur Steuerpflicht führt, was im umgekehrten Falle entsprechend gilt. Seit 2004 können unter bestimmten Voraussetzungen natürliche Personen, die aufgrund der Verlegung ihres Wohnsitzes nach Spanien dort steuerlich ansässig werden, für den Erhebungszeitraum, in den der Wohnortswechsel fällt sowie für die folgenden fünf Jahre, wählen, ob sie nach dem "Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas" oder nach dem "Impuesto sobre la Renta de no Residentes" (INR, Besteuerung von "Nichtansässigen") versteuert werden möchten.

Dies setzt allerdings voraus, dass sie 10 Jahre vor dem Umzug nach Spanien nicht auf spanischem Staatsgebiet ansässig waren, der Umzug aufgrund eines Arbeitsvertrages erfolgt, die Arbeit tatsächlich in Spanien für ein spanisches Unternehmen, eine spanische Körperschaft oder für die Betriebsstätte einer in Spanien nicht ansässigen Körperschaft geleistet wird, sowie, dass die Arbeitsentgelte aus diesem Arbeitsverhältnis nicht von dem "Impuesto sobre la Renta de no Residentes" befreit sind.Sollte sich der Steuerpflichtige für die Besteuerung nach dem "Impuesto sobre la Renta de no Residente" entscheiden, unterliegt er der beschränkten Vermögenssteuerpflicht.

Zweck dieser Norm ist insbesondere, Führungskräfte mit hohem Einkommen zur Veranlagung in Spanien zu bewegen. Insoweit und hinsichtlich jedweder weiteren Ausführung, die sich im Folgenden auf Nichtansässige bezieht, sind zwingend die einzelnen Doppelbesteuerungsabkommen zu beachten.

<hrdata-mce-alt="Steuerobjekt" class="system-pagebreak" /> II. Steuerobjekt

Ansässige Personen unterliegen der unbeschränkten Steuerpflicht, d.h. ihr weltweites Einkommen ist in Spanien zu versteuern, soweit nicht durch ein Doppelbesteuerungsabkommen mit einem anderen Staat diesem das Besteuerungsrecht zusteht. Nichtansässige Personen unterliegen der beschränkten Steuerpflicht mit ihren Einkünften aus den spanischen Quellen. Das steuerpflichtige Einkommen wird in Einkommenskategorien unterteilt, die sich nach deren Quelle bzw. Herkunft richten:

  • Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen,
  • gewerbliche Einkünfte,
  • Veräußerungsgewinne,
  • Altersbezüge und sonstige Leistungen,
  • Entgelte von Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern oder sonstigen vertretenen Organen,
  • Einkünfte aus Immobilienvermögen,
  • hinzugerechnetes Einkommen,
  • Zweit- und Ferienwohnung-Besteuerung (fiktive Besteuerung des Nutzungswertes),    inländische und internationale Durchgriffsbesteuerung
  • Einkommen aus Kapitalanlagegesellschaften in Steueroasen.

Einkünfte sind grundsätzlich in dem Jahr, in dem sie erzielt wurden, zu versteuern. Dabei sind auch grundsätzlich die mit deren Erzielung zusammenhängenden Ausgaben in dem jeweiligen Jahr abzugsfähig. Bei Ehegatten erfolgt eine Individualberechnung auf der Ebene der Ermittlung der Einkünfte. Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit und damit zusammenhängende Aufwendungen werden nur dem die Einkünfte erzielenden Ehegatten zugeordnet. Versorgungsbezüge zählen nicht hierzu. Diese werden grundsätzlich dem Empfänger zugerechnet. Kapitaleinkünfte und Veräußerungsgewinne sind hingegen den Personen zuzurechnen, denen die zu Grunde liegenden Vermögensgegenstände nach den entsprechenden Güterständen zuzuordnen sind.

So erfolgt in dem Fall, dass die Ehegatten in Gütergemeinschaft leben, eine hälftige Aufteilung zwischen den Ehegatten, sofern nicht ein anderer Aufteilungsmaßstab begründet werden kann. Wurde zwischen den Ehegatten jedoch eine Gütertrennung vereinbart, so erfolgt die Zuordnung des betreffenden Vermögensgegenstandes in vollem Umfang dem Eigentümer. Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit werden der natürlichen Person zugeordnet, die regelmäßig und unmittelbar das Gewerbe betreibt.Grundlage für die Berechnung der Steuer ist die Aufteilung des Einkommens des Steuerpflichtigen aus den o.g. Kategorien in laufende Einkünfte und außerordentliche Einkünfte.

Die gewöhnliche Bemessungsgrundlage umfasst den Nettobetrag der laufenden Einkünfte (Saldo aus positiven und negativen Einkünften unter Berücksichtigung der Veräußerungsgewinne und -Verluste aus dem Verkauf von Vermögenswerten und Bezugsrechten an Aktien, die weniger als ein Jahr im Eigentum des Steuerpflichtigen standen). Der Saldo der laufenden Einkünfte verringert sich um eventuelle Freibeträge, beispielsweise um Familien-Freibeträge oder aus Rentenfonds. Außergewöhnliche Einkünfte sind hingegen Veräußerungsgewinne und -Verluste aus dem Verkauf von Vermögenswerten und Bezugsrechten an Aktien, die länger als ein Jahr im Eigentum des Steuerpflichtigen standen. Steuerfreie Einnahmen sind unter anderem Ersatzleistungen für Schädigungen, Entlassungsabfindungen, Unterhaltszahlungen für Kinder, Versorgungsbezüge von Sozialversicherung an Schwerbehinderte und Gehälter, die in ein anderes Land entsendet werden. Dabei sind jedoch die jeweiligen Höchstgrenzen zu beachten.

<hrdata-mce-alt="Steuertatbestände " class="system-pagebreak" /> III. Steuertatbestände
1. Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit

Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit sind, wenn sie von einer persönlichen, auf spanischem Staatsgebiet ausgeübten Beschäftigung herrühren, dort zu versteuern. Sie ergeben sich aus den Einnahmen (alle Arten von Gegenleistungen und Vorteilen, die der Arbeitnehmer direkt oder indirekt für seine persönliche Arbeitsleistung erhält) abzüglich der steuerlich abzugsfähigen Ausgaben sowie etwaiger Freibeträge. Zu den abzugsfähigen Aufwendungen (abschließende Regelung im Gesetz) zählen Sozialversicherungsbeiträge, Gewerkschaftsbeiträge, obligatorische Beiträge an Berufsvereinigungen, gesetzliche Aufwendungen bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses sowie der Angestellten-Freibetrag. Hier sind jedoch die jeweiligen Höchstgrenzen zu beachten. Weitere Aufwendungen, wie beispielsweise Fahrtkosten für den Arbeitsweg oder Arbeitsmittel werden grundsätzlich nicht anerkannt. Geldwerte Vorteile sind grundsätzlich vollständig steuerpflichtig und werden anhand ihrer Kosten für den Arbeitgeber oder ihres Marktpreises bewertet. Versorgungsbezüge, Verwaltung- und Beirats-Bezüge werden als Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit angesehen.

<hrdata-mce-alt="Einkünfte aus " class="system-pagebreak" /> III.2. Einkünfte aus "wirtschaftlicher Tätigkeit"

Einkünfte aus "wirtschaftlicher Tätigkeit" sind Einkünfte aus gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit. Sie sind als Einkünfte aufgrund einer Betriebsstätte auf spanischem Staatsgebiet immer und als ohne Betriebsstätte erzielte Einkünfte grundsätzlich dann zu versteuern, wenn sie von wirtschaftlichen Tätigkeiten auf spanischem Staatsgebiet herrühren oder wenn es sich um Dienstleistungen handelt, die auf spanischem Staatsgebiet in Anspruch genommen wurden. Auch Einkünfte, die aus persönlichen Darbietungen von Künstlern und Sportlern auf spanischem Staatsgebiet herrühren, auch wenn der Erlös an andere natürliche Personen oder Körperschaften geht, werden in Spanien besteuert.

<hrdata-mce-alt="Kapitaleinkünfte" class="system-pagebreak" /> III.3. Kapitaleinkünfte (Rendimientos del capital mobilario e inmobilario)

Steuerpflicht besteht für Einkünfte aus Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren sowie sonstige Einkünfte aus Kapitalvermögen. Wohneigentum, das nicht den Hauptwohnsitz des Eigentümers begründet, ist ebenfalls zu versteuern. Hier erfolgt eine fiktive Besteuerung eines Nutzwertes. Bei Vermietung und Verpachtung sind die tatsächlichen Netto-Einnahmen (Mieteinnahme abzgl. Ausgaben wie Aufwendungen für Erhalt oder Abschreibungen) steuerpflichtig. Einkünfte aus Lebens- und Arbeitsunfähigkeit-Versicherungspolicen, Leibrenten und befristete Renten werden als Kapitaleinkünfte behandelt und unterliegen besonderen Berechnungsreihenfolge, so dass der steuerpflichtige Betrag auf einen Teil der Erträge reduziert werden kann.

<hrdata-mce-alt="Veräußerungsgewinne" class="system-pagebreak" /> III.4. Veräußerungsgewinne

Sowohl Veräußerungsgewinne als auch Verluste sind grundsätzlich zu versteuern, wenn sie aus Wertpapieremissionen von ansässigen Personen bzw. Körperschaften oder aus sonstigem beweglichen und unbeweglichen Vermögen auf spanischem Staatsgebiet stammen. Es erfolgt eine Unterteilung in kurzfristige (weniger als 1 Jahr im Eigentum des Steuerpflichtigen) und langfristige (also mehr als 1 Jahr in Eigentum des Steuerpflichtigen stehende) Veräußerungsgewinne. Diese ergeben sich als Differenz zwischen dem Anschaffungs- und dem Veräußerungspreis. Es bestehen Sondervorschriften für Kapitalanlagen in Steueroasen, um eine Steuerumgehung insoweit zu vermeiden. Grundsätzlich besteht volle Steuererleichterung (Reinvestition-Freistellung) bei der Veräußerung des Hauptwohnsitzes des Steuerpflichtigen. Dabei muss der gesamte Ertrag in den neuen Hauptwohnsitz reinvestiert werden; ansonsten kann eine teilweise Steuererleichterung gewährt werden. Steuerbefreiungen erfolgen bei Veräußerungsgewinnen, die eine mindestens 65 Jahre alte Person aus dem Verkauf ihres Wohneigentums (=Hauptwohnsitzes) erzielt, und bei Spenden an steuerbegünstigte Einrichtungen.

<hrdata-mce-alt="Steuererleichterungen / Abzüge" class="system-pagebreak" /> IV. Steuererleichterungen
1. Abzüge

Einige Versicherungsbeiträge und Beiträge zu privaten Rentenversicherungen sind bis zu einer bestimmten Höhe abzugsfähig. Behinderte und Personen ab 52 Jahre können höhere Beträge abziehen. Auch Unterhaltszahlungen an Ehegatten und gesetzliche Unterhaltsleistungen sind abzugsfähig.

<hrdata-mce-alt="Freibeträge" class="system-pagebreak" /> IV.2. Freibeträge

Die Regelbemessungsgrundlage wird um die persönlichen Freibeträge sowie Familien-Freibeträge reduziert. Der Familien-Freibetrag ist abhängig von Anzahl, Alter und Einkommen der abhängigen Angehörigen. Für behinderte Arbeitnehmer erhöht sich der Freibetrag je nach Grad der Behinderung entsprechend.

<hrdata-mce-alt="Steuergutschriften" class="system-pagebreak" /> IV.3. Steuergutschriften

Für den Erwerb bzw. im Rahmen der Renovierung des Hauptwohnsitzes und bei Spenden an steuerbegünstigte juristische Personen sind Steuergutschriften möglich.

<hrdata-mce-alt="Verluste" class="system-pagebreak" /> IV.4. Verluste

Ein Verlustrücktrag ist nicht möglich, hingegen ist ein Verlustvortrag für derzeit 4 Jahre möglich. Bei Veräußerungsgewinnen kann eine Verrechnung nur innerhalb derselben Art (kurzfristig/ langfristig) erfolgen, zum Teil kann ein Hinausschieben der Abzugsfähigkeit von Veräußerungsverlusten unter bestimmten Bedingungen erfolgen.

<hrdata-mce-alt="Steuerbefreiungen" class="system-pagebreak" /> IV.5. Steuerbefreiungen

Von der Einkommensteuer für Nichtresidente (Impuesto de no Residentes, INR) sind einige der Einkünfte befreit, die von Nichtansässigen ohne Betriebsstätte erzielt werden. Darunter fallen Stipendien, Altersbezüge, Lotteriegewinne, Wetten, Verlosungen, grundsätzlich Zinsen und Gewinne aus beweglichem Vermögen in einem anderen Staat der EU, Einkünfte aus staatlichen Wertpapieren und Konten Nichtansässiger.

<hrdata-mce-alt="Steuerhöhe und Steuerveranlagung " class="system-pagebreak" /> V. Steuerhöhe und Steuerveranlagung
A) Die Besteuerung

(Regelbemessungsgrundlage) erfolgt grundsätzlich nach einer progressiven Tabelle, die sich aus der Steuer auf den Grundbetrag und dem Grenzsteuersatz auf den Mehrbetrag zusammensetzt. Einkünfte aus Vermögensveränderungen sind, soweit die Gegenstände über zwei Jahre im Vermögen des Steuerpflichtigen standen, einem einheitlichen Steuersatz unterworfen.Grundsätzlich unterliegt Einkommen aus spanischen Quellen aus einem Angestelltenverhältnis, selbständiger Arbeit, Kapitaleinkünfte und Veräußerungsgewinnen, welches von ansässigen natürlichen Personen erzielt wird, der an der Quelle einzubehaltenden Einkommensteuer.Veranlagungszeitraum ist das Kalenderjahr. Bei Ehegatten ist die Wahl zwischen getrennter und gemeinsamer Veranlagung möglich. Ein Einkommens-Splitting existiert nicht. Unternehmer und Freiberufler haben vierteljährlich, jeweils zum 20. des auf das Trimester folgenden Monats eine Steuererklärung einzureichen und Vorauszahlungen zu leisten. Generell ist die steuerliche Selbstveranlagung Pflicht (Einreichung der Steuererklärung vom 1.5. bis zum 30.06. des Folgejahres), wobei teilweise allerdings die Behörden vorab einen Vorschlag übermitteln.

<hrdata-mce-alt="Steuern auf das Vermögen" class="system-pagebreak" /> B)Steuern auf das Vermögen- Impuesto sobre el Patrimonio de las Personas Físicas (IP)

Zugunsten der 17 unabhängigen Regionen wird Vermögenssteuer erhoben. Steuerpflichtig ist jede ansässige natürliche Person. Ehegatten sind verpflichtet, getrennte Erklärungen einzureichen. Bemessungsgrundlage dabei ist grundsätzlich das gesamte Vermögen abzüglich nachgewiesener Verbindlichkeiten sowie den persönlichen Freibeträgen. Es erfolgt ein je nach Region unterschiedlicher Abzug. Die unabhängigen Regionen sind befugt, innerhalb bestimmter Grenzen eigene Steuersätze festzulegen. Versäumen sie dies, werden diese nach einer Standardtabelle erhoben. Die Vermögenssteuer muss vom Steuerpflichtigen selbst veranlagt werden. Die Steuererklärung für jedes Kalenderjahr ist zusammen mit der Einkommenssteuererklärung einzurichten. Der Gesamtbetrag von Einkommen- und Vermögenssteuer darf einen bestimmten Prozentsatz der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer nicht übersteigen.

<hrdata-mce-alt="Erbschafts- und Schenkungssteuer" class="system-pagebreak" /> C) Erbschafts- und Schenkungssteuer (Impuesto sobre Sucesiones y Donaciones, ISD)

Die Erbschaft- und Schenkungssteuer wird zugunsten der 17 unabhängigen Regionen erhoben, mit der Berechtigung innerhalb bestimmter Grenzen eigene Steuersätze festlegen zu dürfen.Steuerpflichtig ist der Empfänger der Erbschaft bzw. Schenkung. Der in Spanien Ansässige unterliegt der Steuer aufgrund erhaltener unentgeltlicher Zuwendungen im In- ebenso wie im Ausland. Nichtansässige sind mit allen in Spanien belegenden Vermögensgegenständen sowie mit Zuwendungen aufgrund eines Lebensversicherungsvertrages (spanischen) in Spanien steuerpflichtig. Für Erbschaften und Vermächtnisse bestehen feste Freibeträge, deren Höhe vom Grad der Verwandtschaft und Alter des Empfängers abhängt. Zusätzlich bestehen für Ehegatten und Kinder des Verstorbenen je nach Region Freibeträge für das Familienunternehmen, für Beteiligungen und für den Hauptwohnsitz des Erblassers. Voraussetzung zur Anwendung ist grundsätzlich, dass die Vermögensgegenstände in einem festgelegten Zeitraum nicht veräußert werden. Zudem gibt es einen Vermögen bezogenen Steuerzuschlag je nach vorhandenem Nettovermögen des Zuwendungsempfängers und des Verwandtschaftsgrades. Zur Vermeidung von Doppelbesteuerung wendet Spanien die Anrechnungsmethode an. Dabei kann die in Spanien ansässige Person entweder die im Ausland geleistete Erbschaft- oder Schenkungssteuer oder die auf das Vermögen zu leistende spanische Steuer anrechnen, je nachdem, welcher der beiden Beträge geringer ist. Zu beachten sind auch insoweit die bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen. So gilt bspw. für Deutschland, dass bislang ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen Deutschland und Spanien bzgl. Schenkungen und Erbschaften nicht besteht. Zwar wendet auch Deutschland die Anrechnungsmethode für insoweit in Spanien entrichtete Steuern an. Wegen der im Vergleich zu Spanien hohen Freibeträge wirkt sich dies aber nur bei darüber liegenden Werten aus.

<hrdata-mce-alt="Gewerbesteuer" class="system-pagebreak" /> D) Gewerbesteuer (Impuesto sobre Actividades Económicas, IAE)

Bis vor einigen Jahren war die Gewerbesteuer in Spanien Aktivität- und nicht Umsatz abhängig. Dies hatte zur Folge, dass kleinen Unternehmern im demselben Maße wie großen der gleiche Gewerbe-Steuer-Grundbetrag auferlegt wurde. Insbesondere Kleinstbetriebe und Freiberufler unterdrückten daher zeitweise diese Steuer. Existenzgründer wurden von Investitionen abgehalten.Die bis dahin geltende Regelung der Gewerbesteuer wurde im Jahre 2002 geändert. Dadurch wurden unter gewissen Voraussetzungen natürliche Personen und einige juristische Personen von der Steuer ausgenommen. Darüber hinaus sind natürliche Personen mit Wohnsitz in Spanien sowie natürliche und juristische Personen ohne Sitz in Spanien, die durch eine dauerhafte Niederlassung tätig werden bei einem jährlichen Geschäftsumsatz von derzeit weniger als 1.000.000 Euro befreit. Gesellschaften sowie sonstige Vereinigungen mit Rechtspersönlichkeit, Gesellschaften bürgerlichen Rechts und Gütergemeinschaften mit einem jährlichen Geschäftsumsatz von derzeit weniger als 1.000.000 Euro sind ebenfalls von der Gewerbesteuer befreit. Somit liegen 92 % der ehemals Gewerbesteuerpflichtigen außerhalb des Anwendungsbereichs des IAE.

<hrdata-mce-alt="Internationale Aspekte" class="system-pagebreak" /> E) Internationale Aspekte
I. Ansässige Personen

Ansässige Personen unterliegen der Steuerpflicht mit ihrem weltweiten Einkommen. Ausnahmen bestehen bis zu einem gewissen Höchstbetrag bei Einkommen aus einer Anstellung im Ausland, sofern es dort versteuert wird, sowie hinsichtlich Dividenden nicht Ansässiger Gesellschaften. Die Vermögenssteuer wird auf die weltweiten Vermögenswerte erhoben. Im Ausland belegendes Immobilieneigentum unterliegt nicht der spanischen Grundsteuer. Als Maßnahme zur Vermeidung von Doppelbesteuerung wird in Spanien grundsätzlich das Anrechnungsverfahren angewendet, wonach ein ansässiger Steuerpflichtiger mit Einkünften aus dem Ausland gewisse Beträge auf seine spanische Steuerschuld hinsichtlich seiner gesamten in- und ausländischen Einkünfte anrechnen kann. Danach gilt entweder die im Ausland auf ausländische Einkünfte oder Veräußerungsgewinne gezahlte Steuer oder aber die spanische Einkommensteuer, die auf die ausländischen Einkünfte angerechnet wird.

<hrdata-mce-alt="Nicht ansässige Personen" class="system-pagebreak" /> II. Nichtansässige Personen

Nichtresidente unterliegen der Einkommensteuer für Nichtansässige (Impuesto sobre la Renta de No Residentes, IRNR) auf ihre Einkünfte und Veräußerungsgewinne aus spanischen Quellen. Die Regelungen des IRNR betreffen auch Körperschaften ohne Sitz in Spanien.

<hrdata-mce-alt="Betriebsstätte" class="system-pagebreak" /> 1. Betriebsstätte

Die Besteuerung richtet sich u.a. danach, ob in Spanien eine Betriebsstätte existiert oder als begründet gilt oder nicht. Betriebstätten natürlicher Personen oder von Körperschaften können auf spanischem Staatsgebiet in vielfältiger Weise begründet werden. Hierzu zählen unter anderem ein Ort der Leitung, Zweigniederlassungen, Geschäftsstellen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Lager, Geschäftslokale, Bergwerke, Erdöl- oder Gas-schächte, Steinbrüche, Land- und Forstwirtschaftsbetriebe sowie Bau-, Installation-Ausführungen oder Montagewerke, deren Dauer sechs Monate überschreitet.

Es wird demnach davon ausgegangen, dass im Fall, dass ein Nichtansässiger in irgendeiner Form in Spanien seine Befugnisse gewohnheitsmäßig ausübt, er also kontinuierlich oder hauptsächlich über Anlagen oder Arbeitsstätten jeglicher Art verfügt, an denen er seine Tätigkeit gesamt oder teilweise verrichtet, oder, falls er in Spanien über einen Mittler verfügt, der befugt ist, im Namen und zu Lasten der nicht ansässigen Person oder Körperschaft vertraglich zu handeln, er in Spanien über eine Betriebsstätte operiert. Das mittels der Betriebsstätte erwirtschaftete Einkommen ist voll umfänglich in Spanien zu versteuern. Bemessungsgrundlage dabei sind in erster Linie die Bestimmungen des Körperschaftssteuer Gesetz. Eine Steuerbefreiung wird hinsichtlich bestimmter Einkünfte gewährt.

Zu berücksichtigen sind des Weiteren die sogenannten Bestimmungen für Geschäfte zwischen Personen mit engen geschäftlichen Beziehungen, für solche der Betriebsstätte mit der Zentrale oder mit einer anderen Betriebsstätte des gleichen Unternehmers. Zahlungen, die die Betriebsstätte an die Zentrale in Form von Lizenzgebühren, Zinsen, Provisionen, technischen Dienstleistungen und aufgrund des Gebrauchs oder der Überlassung von Gütern oder Anrechten tätigt, sind generell nicht abzugsfähig. Hiervon ausgenommen ist ein Teil der Geschäftsführung- und allgemeinen Verwaltungskosten, die das Zentralunternehmen der Betriebsstätte zuschreibt, sofern diese in der Buchhaltung der Betriebsstätte aufgeführt und fortlaufend zugeschrieben werden und angemessen sind. Dazu haben die Steuerpflichtigen den Steuerbehörden Bewertungsvorschläge zu unterbreiten. Der Erhebungszeitraum richtet sich nach dem deklarierten Geschäftsjahr und darf daher12 Monate nicht überschreiten.

<hrdata-mce-alt="Sonstige Einkünfte" class="system-pagebreak" /> 2. Sonstige Einkünfte

Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit, die ohne Betriebsstätte erwirtschaftet wurden, werden derzeit pauschal mit 25 % versteuert, bei nur kurzfristiger Tätigkeit mit derzeit 2 %. Versorgungsbezüge werden mit einer Steuer von derzeit 0 - 2.392,03 Euro auf den Grundbetrag und von derzeit 8 - 40 % auf den Mehrbetrag besteuert. Steuerpflichtige EU-Bürger können wählen, ob sie als spanische Ansässige behandelt werden wollen, wenn sie mindestens 75 % ihrer weltweiten Einkünfte aus einem Angestelltenverhältnis oder einer gewerblichen Tätigkeit in Spanien erzielen. Gewerbliches und freiberufliches Einkommen aus spanischen Quellen wird mit derzeit 25 % versteuert.Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren aus spanischen Quellen unterliegen einer endgültigen Quellensteuer; es erfolgt kein Abzug von Aufwendungen.

Veräußerungsgewinne von Nichtansässigen werden unabhängig von der Besitz-dauer mit derzeit 35 % versteuert, bei Verkauf von Beteiligungen aus spanischen Investmentfonds mit derzeit 18 %. Zur Vermeidung von Steuerumgehungen sind beim Verkauf einer in Spanien belegenden Immobilie von nicht ansässigen Eigentümern derzeit 5 % des Kaufpreises vom Käufer als Quellensteuer einzubehalten, sofern nicht bestimmte Ausnahmetatbestände vorliegen.

Der Erwerber haftet für das Abführen des entsprechenden Betrages. Der Veräußerer kann diesen i.d.R. der Steuererklärung, mit welcher er den Zugewinn versteuert in Abzug bringen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann er den Betrag zurückfordern. Nichtansässige unterliegen der Vermögenssteuer mit in Spanien belegenden Vermögenswerten, soweit sie nicht befreit sind. Abzüge dürfen nicht geltend gemacht werden. Auch bei Nichtansässigen wird eine Grundsteuer hinsichtlich des in Spanien belegenden unbeweglichen Eigentums erhoben. Nichtansässige, die aus spanischen Quellen direkte Einkünfte erzielen, unterliegen der Einkommensteuer mit dem Einkommen und den Veräußerungsgewinnen.Hinsichtlich sämtlicher Ausführungen zur Besteuerung der Nichtansässigen sind die jeweiligen DBA zu beachten.

<hrdata-mce-alt="Besteuerung der Körperschaften" class="system-pagebreak" /> Teil II: Besteuerung der Körperschaften

Bei Gesellschaften und sonstigen juristischen Personen werden insbesondere die Körperschaftssteuer (Impuesto sobre las Sociedades, IS) und die kommunale Gewerbesteuer (Impuesto sobre Actividades Económicas, IAE) erhoben. A. Körperschaftssteuer (Impuesto sobre Sociedades, IS)

<hrdata-mce-alt="Das Steuersubjekt" class="system-pagebreak" /> I. Das Steuersubjekt

In Spanien findet ein partielles Anrechnungsverfahren Anwendung. Ansässigen natürlichen Personen wird als Aktionären eine Anrechnungsgutschrift gewährt. Infolge dieser Anrechnung kommt es regelmäßig nur bei hohen Einkünften zur erneuten Versteuerung der Dividenden. Ansässige Körperschaften als Gesellschafter erhalten eine Steuergutschrift ihrer eigenen Steuer auf die Bruttodividenden. Steuerpflichtig ist jede juristische Person, die in Spanien ansässig ist oder eine Betriebsstätte unterhält. Eine Körperschaft gilt dann als ansässig, wenn sie aufgrund der spanischen Gesetzgebung gegründet wurde oder ihren Gesellschaftssitz oder aber ihre tatsächliche Geschäftsleitung (Leitung und Kontrolle ihrer gesamten Tätigkeit) auf spanischem Staatsgebiet hat. Es handelt sich demnach um sämtliche Arten von Handelsgesellschaften, einschließlich Aktiengesellschaften (sociedad anómina, SA), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (sociedad de responsibilidad limitada, SRL/ SL), Personengesellschaften (Kommanditgesellschaften, einfache Kommanditgesellschaften, offene Handelsgesellschaften), Investmentfonds, Pensionsfonds sowie Risiko-Kapitalfonds. Lediglich das steuerpflichtige Einkommen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ("sociedad civil") wird nicht auf Ebene der Gesellschaft besteuert. Das Einkommen wird insoweit den Gesellschaftern direkt zugerechnet und dort der Besteuerung unterworfen. Bei einem Ansässigkeitswechsel endet der Erhebungszeitraum im Augenblick des besagten Wechsels. Der Nachweis der steuerlichen Ansässigkeit in einem Land erfolgt durch eine von den dortigen Steuerbehörden ausgestellte Bescheinigung. Deren Gültigkeitsdauer beträgt ein Jahr.

<hrdata-mce-alt="Steuerobjekt" class="system-pagebreak" /> II. Steuerobjekt

Ebenso wie bei der Einkommensteuer richtet sich die Besteuerung nach der Ansässigkeit. Ansässige Körperschaften unterliegen der Körperschaftssteuer mit dem weltweiten Einkommen und Veräußerungsgewinnen. Die Ermittlung erfolgt grundsätzlich mit Hilfe einer direkten Berechnungsmethode basierend auf den Buchführungsunterlagen, ausnahmsweise durch Schätzung seitens der Finanzbehörden. Abzugsfähig sind mit der gewerblichen Tätigkeit zusammenhängende Betriebsausgaben. Vorräte werden für Steuer-Zwecke grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert zwischen Anschaffungskosten und dem Marktwert bewertet. Für Finanzierungskosten besteht ein Aktivierungsverbot. Abschreibungen sind für Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens und immaterielle Wirtschaftsgüter auf der Grundlage ihrer üblichen Nutzungsdauer zulässig, beginnend mit dem Zeitpunkt der tatsächlichen Nutzung des jeweiligen Wirtschaftsgutes. Die Abschreibungen können nach der linearen, degressiven oder digitalen Abschreibungsmethode berechnet werden. Die Abschreibungssätze werden in amtlichen Tabellen festgelegt. Die Bildung von Rückstellungen für nicht realisierte Verluste ist unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, z.B. die Rückstellung für zweifelhafte Forderungen oder für die Abwertung von Wertpapieren. Zudem sind Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, für die Instandhaltung von Schiffen und Flugzeugen und für den Wertverlust des Vorratsvermögens möglich. Veräußerungsgewinne sind Gewinne, die durch die Veräußerung von Vermögenswerten gegen Entgelt, sowie solche, die bei einer unentgeltlichen Übertragung erzielt worden sind. Sie unterliegen wie laufendes gewerbliches Einkommen der Körperschaftssteuer. Verluste können mit allen Einkünften desselben Berechnungszeitraumes verrechnet werden. Ein Verlust-Rücktrag ist nicht möglich, ein Verlustvortrag hingegen ist grundsätzlich für derzeit bis zu sieben aufeinander folgende Jahre zulässig.

<hrdata-mce-alt="Steuergutschriften und Steuerbefreiungen" class="system-pagebreak" /> III. Steuergutschriften und Steuerbefreiungen

Die Summe der Investitions-Gutschriften ist auf derzeit 35 % der Körperschaft-Steuerpflicht des Jahres begrenzt. Ein Vortrag von nicht genutzten Gutschriften kann derzeit bis zu zehn Jahre erfolgen. Steuergutschriften werden u. a. gewährt für Reinvestitionen von Veräußerungsgewinnen, mit der Exporttätigkeit zusammenhängende Investitionen in ausländische Betriebsstätten oder Gesellschaften, Umweltschutz, Forschung- und Entwicklungskosten und Neuerungen, die mit der Personalausbildung zusammenhängenden Ausgaben, Kulturgütern, Tätigkeiten im Bereich des Internets oder E-Commerce, Rentenversicherungsbeiträgen etc.. Steuerbefreiungen oder Abzüge werden für die Förderung von Risiko-Kapitalanlagen sowie bestimmten Investitionen im Ausland gewährt. Für Holdinggesellschaften besteht ein Schachtelprivileg, bei dem unter bestimmten Bedingungen Steuerbefreiungen für den Verkauf von berechtigenden Anteilen gewährt werden. Die Gewinnausschüttung an nicht ansässige Anteilseigner ist grundsätzlich von der Quellensteuer befreit. Für die steuerliche Sonderzone Kanarische Inseln (ZEC) kommen für Gesellschaften, die vor dem 01.01.2007 in das Offizielle Register der ZEC-Gesellschaften eingetragen werden, unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Sonderregelungen in Frage, die die wirtschaftliche Situation der Kanarischen Inseln verbessern sollen. Im Baskenland bestehen verschiedene Steueranreize z.B. durch eine ermäßigte Körperschaftssteuer.

<hrdata-mce-alt="Steuerhöhe und Steuerveranlagung" class="system-pagebreak" /> IV. Steuerhöhe und Steuerveranlagung

Der allgemeine Steuersatz für Einkommen und Veräußerungsgewinne beträgt derzeit 35 %. Für Gesellschaften mit Umsätzen unter acht Mio. Euro und Gewinn unter 120.000 Euro beträgt der reduzierte Steuersatz derzeit 30 %. Einkünfte aus inländischen Quellen unterliegen der Körperschaftssteuer, wenn sie von in Spanien ansässigen oder gegründeten Gesellschaften erzielt werden. Der Quellensteuer-Satz auf Dividenden und andere Gewinnausschüttungen, auf Zinsen und auf Lizenzen beträgt derzeit 18 %. Der Veranlagungszeitraum ist grundsätzlich das Kalenderjahr. Gesellschaften können aber auch eine Erklärung entsprechend ihrem Wirtschaftsjahr einreichen.Körperschaft-Steuersubjekte müssen jährlich eine Generalversammlung innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres abhalten und innerhalb 25 Tagen ab dem Tag der Genehmigung des Jahresabschlusses eine endgültige Körperschaft-Steuererklärung einreichen. Es sind Trimester Vorauszahlungen am 20. des auf das Trimester folgenden Monats zu leisten, am 20.01. die Jahreserklärung für das Vorjahr abzugeben.

<hrdata-mce-alt="Konzernbesteuerung" class="system-pagebreak" /> I. Konzernbesteuerung

Grundsätzlich steht die Konsolidierung von Unternehmen für die Zwecke der Körperschaftssteuer verbundenen Gesellschaften frei. Ein Konzern besteht aus einer ansässigen Muttergesellschaft und den ansässigen Tochtergesellschaften (SAs, SRLs, Kommanditgesellschaften auf Aktien), die von der Muttergesellschaft zumindest mit 75 % beherrscht werden. Es unterliegen insoweit nur die Nettoeinkünfte des Konzerns der Steuer, konzerninterne Ausschüttungen von Dividenden sind von der Quellensteuer befreit.

<hrdata-mce-alt="Konzerninterne Dividenden" class="system-pagebreak" /> II. Konzerninterne Dividenden

Konzerninterne Dividenden zählen mit dem Bruttobetrag zum steuerpflichtigen Einkommen des Empfängers. Für die bezahlte Quellensteuer erfolgt bei der endgültigen Steuerermittlung des Empfängers eine Steuergutschrift. Zudem besteht die Möglichkeit der Anrechnung von entrichteter Körperschaftssteuer auf die endgültige Steuerpflicht des Empfängers.

<hrdata-mce-alt="Sonstige Steuern" class="system-pagebreak" /> II.1 Sonstige Steuern

Zu Gunsten der lokalen Handelskammer besteht ein geringer Steuerzuschlag auf die Körperschaftssteuer, der von allen ansässigen Gesellschaften und Betriebsstätten in Form einer jährlichen Gebühr bezahlt werden muss. Für gewerbliche, freiberufliche oder künstlerische Tätigkeit innerhalb des spanischen Hoheitsgebiets wird jährlich eine Steuer auf wirtschaftliche Betätigung (kommunale Gewerbesteuer, IAE) erhoben (siehe vor). Auf den Wertzuwachs von städtischen Grundstücken wird bei Verkauf dem Verkäufer und bei unentgeltlichem Erwerb dem Empfänger eine Steuer auferlegt. Spanien erhebt derzeit keine Vermögensteuer für Körperschaften. Von den Gemeinden wird jährlich auf den Besitz von unbeweglichem Vermögen eine Grundsteuer erhoben. Diese kann als Betriebsausgabe abgezogen werden.

II.2 Internationale Aspekte I. Ansässige Gesellschaften

Für ansässige Gesellschaften wird die Körperschaftssteuer auf ihre weltweiten Einkünfte und Veräußerungsgewinne erhoben. Erzielen ansässige Gesellschaften Dividenden aus ausländischen Quellen und Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Anteilen an einer nicht ansässigen Gesellschaft sind diese unter bestimmten Bedingungen steuerfrei. Für ausländisches Vermögen gilt keine Vermögensteuer, im Ausland belegendes unbewegliches Eigentum unterliegt nicht der spanischen Grundsteuer. Zur Vermeidung von Doppelbesteuerung von Einkünften aus ausländischer Quelle verwendet Spanien zwei Methoden: Steuerbefreiung und Steueranrechnung.Gewerbliche Gewinne einer ansässigen Gesellschaft durch eine im Ausland belegende Betriebsstätte sind steuerfrei, wenn das durch die Betriebsstätte erzielte Einkommen tatsächlich einer der spanischen Körperschaftssteuer vergleichbaren Steuer unterliegt, die Betriebsstätte nicht in einem Niedrigsteuergebiet liegt und derzeit mindestens 85 % des Einkommens der Betriebsstätte aus der Durchführung gewerblicher Tätigkeiten im Ausland stammt. Sind die Bedingungen für die Befreiung nicht erfüllt, wird die Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung vermieden.

<hrdata-mce-alt="Nicht ansässige Körperschaften" class="system-pagebreak" /> III. Nicht ansässige Körperschaften

Im Allgemeinen unterliegt eine in Spanien belegene Betriebsstätte einer nicht ansässigen Gesellschaft der Steuer mit Einkünften und Veräußerungsgewinnen aus spanischen Quellen zum gewöhnlichen Satz von derzeit 35 %. Zudem gibt es eine Zusatzsteuer auf Abführungen von Betriebsstätten-Gewinn von derzeit 25 % für jeden Gewinn nach Abzug der Steuern, der von einer spanischen Betriebsstätte an ihr ausländisches (nicht EU-) Stammhaus abgeführt worden ist; hiervon ausgenommen sind die Vereinbarungen der DBA. Im Rahmen der EU ist die sog. Mutter-Tochter-Richtlinie zu beachten. Stille Reserven werden realisiert, wenn eine spanische Betriebsstätte Wirtschaftsgüter ins Ausland überführt (Entnahme-Besteuerung). Unterhält eine nicht ansässige Gesellschaft keine Betriebsstätte in Spanien, besteht Steuerpflicht hinsichtlich jeder einzelnen Zahlung in Hinsicht auf Einkünfte und Veräußerungsgewinne aus spanischen Quellen, wobei für bestimmte direkte Einnahmen und Einkünfte keine Steuerpflicht besteht. Nicht ansässige Körperschaften unterliegen nicht der Vermögenssteuer, jedoch mit ihrem in Spanien belegenden unbeweglichen Vermögen der Grundsteuer. Zudem müssen nicht ansässige Körperschaften jährlich neben der Grundsteuer eine besondere Steuer auf unbewegliches Vermögen entrichten, die allerdings unter bestimmten Voraussetzungen nicht erhoben wird. Erzielt eine nicht ansässige Gesellschaft, die keine Betriebsstätte in Spanien unterhält, Einkünfte aus Spanien, muss sie in bestimmten Fällen einen ortsansässigen Beauftragten (Steuerberater / Gestor) in Spanien benennen und die Finanzbehörden darüber informieren. Grundsätzlich ist für jeden Zufluss eine Steuererklärung abzugeben, bei bestimmten Einkünften genügt jedoch eine vierteljährliche Erklärung. Grundsätzlich ist die Beantragung einer spanischen Steuernummer erforderlich. Des Weiteren gibt es Bestimmungen zur Vermeidung der Steuerumgehung für die Veräußerung von unbeweglichem Eigentum.

<hrdata-mce-alt="Quellensteuer" class="system-pagebreak" /> III.1 Quellensteuer

Auf den Bruttobetrag von aus spanischen Quellen stammendem Einkommen wird von Nichtansässigen die keine Betriebsstätte in Spanien unterhalten Quellensteuer erhoben. Der Quellensteuersatz auf Dividenden und Gewinnausschüttungen aus spanischen Quellen beträgt derzeit 18 % auf den Bruttobetrag. Unter bestimmten Voraussetzungen erfolgt eine Befreiung von der spanischen Quellensteuer (bei an qualifizierende Muttergesellschaften ausgeschütteten Dividenden). Zinsen aus spanischen Quellen unterliegen einem Quellensteuersatz von derzeit 18 % auf den Bruttobetrag, Lizenzgebühren von derzeit 25 % auf den Bruttobetrag.Veräußerungsgewinne sind im Allgemeinen mit derzeit 35 % zu versteuern. Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen an spanischen Investmentfonds unterliegen der Steuer mit einem Satz von derzeit 18 % auf den Nettobetrag. Die einschlägigen DBA sind zu beachten.

III.2 Vermeidung von Steuerumgehungen I. Verrechnungspreise

Einnahmen und Aufwendungen, die mit Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen oder zwischen Gesellschaften und einem ihrer Gesellschafter oder leitenden Angestellten im Zusammenhang stehen, sind mittels Fremd-vergleich zu bewerten und bei Abweichung zu korrigieren. Dabei kann das Verfahren der Preis-Vergleich-Methode angewendet werden, ergänzend auch die Kosten-Aufschlag-Methode oder die Wiederverkauf-Preis-Methode  sowie das Verfahren des Rohgewinn-Vergleichsrechnung oder vergleichbare "Profit-Split"-Methoden.

III.3 Unterkapitalisierung

"Unterkapitalisierung" liegt vor, wenn Verluste das Gesellschaftsvermögen auf weniger als 2/3 des Kapitales verringert haben und ein Geschäftsjahr ohne Beseitigung dieses Zustandes abgelaufen ist, so dass das Kapital entsprechend zu erhöhen ist (Art. 163 AG). In "Finanz-kritische Situationen" ist insbesondere bei Darlehen zu beachten, dass eine Darlehens-Operation keine verdeckte Kapitalisierung verschleiert und die Zinszahlungen - die aus eben diesem Grunde zu erfolgen haben und schließlich für den Darlehensnehmer im Rahmen der Gesellschaftsteuererklärung grundsätzlich abzugsfähig sind - in diesem Falle tatsächlich dort gerade nicht abzugsfähige Kapital-Ausschüttungen darstellen. Daher stellt der Fiskus die unwiderlegbare Vermutung auf, dass der Teil des Zinsbetrages als Ausschüttung angesehen wird, der einen "exzessiven Verschuldungsgrad" darstellt (Art.20 span. KStG).

 

III.4 Inländerbeherrschte Auslandsgesellschaften

Eine ansässige Körperschaft unterliegt der Körperschaftssteuer auch hinsichtlich bestimmter passiver Einkünfte von nicht ansässigen juristischen Personen, an denen sie zu mehr als 50 % beteiligt ist (System der internationalen Durchgriffsbesteuerung).

 

IV. Bestimmungen für Steueroasen

Für in Steueroasen ansässige Gesellschaften werden bestimmte Steuerbefreiungen nicht gewährt.

 

IV.1 Umsatzsteuer (Impuesto sobre el Valor Añadido, IVA)

In Spanien unterliegt der geschaffene Mehrwert bei steuerpflichtigen Lieferungen von Waren und Dienstleistungen auf dem spanischen Festland und den Balearen sowie der Import solcher Güter in dieses Gebiet der Umsatzsteuer. Die Kanarischen Inseln erheben eine besondere Art der Umsatzsteuer.

Die Steuerpflicht besteht für natürliche Personen oder Körperschaften, die steuerpflichtige Lieferungen von Gütern oder Dienstleistungen vornehmen. Die Steuerpflicht bezieht sich grundsätzlich auch auf die Erbringung oder Lieferung von steuerpflichtigen Gütern oder Dienstleistungen nach Spanien im Rahmen des Gewerbes eines Unternehmers, den Ankauf von Gütern innerhalb der EU und die Einfuhr von steuerpflichtigen Gütern nach Spanien. Grundlage der Besteuerung ist das Entgelt, der Kaufpreis oder der Zollwert, wobei ein Vorsteuerabzug vorgenommen wird.

Befreiungen gibt es u.a. bei medizinischen, sozialen, Ausbildungs- und Sportdienstleistungen sowie finanziellen Transaktionen und Versicherungsverträgen und der Vermietung von unbeweglichem Eigentum. Der allgemeine Steuersatz beträgt derzeit 16%, es existieren ermäßigte Tarife für bestimmte Waren. Für die kanarischen Inseln gelten besondere Tarife, wobei der allgemeine Steuersatz derzeit 5% beträgt, für den es sowohl Erhöhungen als auch Ermäßigungen gibt. Umsatzsteuerrechtlich werden die Kanaren als Ausland behandelt. Das heißt, es wird infolge deren Sonderstatuts bei Lieferungen aus Spanien grundsätzlich keine Umsatzsteuer in Ansatz gebracht, sondern nur eine dort anwendbare indirekte Steuer, IGIC (Impuesto General Indirecto Canario). Der spanische Lieferant muss sich ggf. dort Umsatz steuerlich anmelden und eine Identnummer (Numero fiscal) beantragen.

Nichtansässige Unternehmer haben einen Fiskus Vertreter (Gestor) zu benennen und die Finanzbehörden darüber zu informieren, ggf. eine spanische Steuernummer zu beantragen. Ausländische Unternehmer haben grundsätzlich die Möglichkeit der Rückerstattung der Vorsteuer.

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